So ungefähr wurden wir gefragt, ob wir nicht Lust hätten mit unseren Fahrrädern mitzukommen. Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen und sind mit unseren Schulkameraden, die sich extra für die Tour noch Fahrräder (das kann sich doch nicht jeder leisten) ausgeliehen haben, um acht Uhr morgens los in Richtung Kigali 🙂 Klingt leichter als es wirklich war, denn das Land der Tausend Hügel hat auf jeden Fall seinen Namen ganze Ehre gemacht, da es erstmal bzw. eigentlich die ganze Zeit bergauf ging.

Das war mit unseren Ein-Gang-Fahrrädern (Singlespeed) doch relativ anspruchsvoll.
Außerdem hat an dem Tag die Sonne und die Höhenluft noch den Rest zu einem durchgeschwitzen T-Shirt und langer Hose gegeben 😛

Nach einer Weile ging es dann mit unseren ungefederten 20kg „Mountainbikes“ runter von der Hauptstraße auf eine Nebenstraße, welche eher etwas von einem Mountainbiketrail, als von einer Straße hatte, aber für gut 10 Dörfer die einzige Anbindung an die Zivilisation ist.

Da ja der Tierpark gleich um die Ecke ist (NICHT…;) ) hatten wir nur eine Wasserflasche im Gepäck, welche sehr schnell sehr knapp wurde.

Auf der suche nach Wasser kam dann auch endlich die Erlösung, nur leider vom Himmel. Mitten in der Regenzeit kann es hier nämlich vorkommen, dass es von einem auf den anderen Moment wie aus Kübeln mit riesen Tropfen regnet. So stellt man sich eben irgendwo unter ein Haus und wartet, bis alles vorbei ist.

Nach 15 min warten schien dann aufeinmal wieder die Sonne und es ging weiter. In einem kleinen Dorf, welches nur durch die tolle Straße erreichbar ist, wurden wir Gott sei Dank mit Fanta Citro (was logistisch eine Meisterleistung ist) und frittiertem Brot #FasnachtsküchleNurAndersch versorgt.

Irgendwann später kamen wir dann in die Nähe von unserem Tierpark und auf einmal waren 30 Kinder um uns. Natürlich wurden wir mal wieder mit unserer weißen Hautfarbe bestaunt, aber die Kids haben uns auch den Weg gezeigt und ganz selbstverständlich auch die Fahrräder geschoben. Selbst als es wieder bergab ging und wir mit unseren Drahtesseln durch den uhrwald geheitzt sind, haben uns die Kinder verfolgt und fanden es sehr lustig mit uns mitzuhalten.

 

Tim fuhr mit seiner Downhillerfahrung vorraus und ich mit meiner nicht so großen Downhillerfahrung hinterher. Gefolgt von den Jungs mit etwas größerem Abstand und ihren leider nicht so ausgeprägten Fahrradfahrkünsten. Manchmal haben sie das Fahrrad dann auch doch lieber „geschickterweise“ auf dem Kopf getragen 😛

Naja, der Tierpark/Urwald war dann doch nicht so voll mit Tieren, aber es war trotzdem Hammer und man hat landschaftlich einfach so viel schönes gesehen.


Die Kinder haben uns den ganzen Wald und darüber hinaus über 5km begleitet bis sie einfach so wieder umgekehrt sind.
War einfach cool, vor allem weil sie für mich eine richtige Hilfe waren.

Es war auch krass zu sehen, wie einfach die Lebensweise ist und was es doch für eine Attraktion für die Leute ist, #muzungus zu sehen. So wird oft die ganze Familie aus dem Haus gerufen nur um uns zu sehen.

Wieder zurück auf einer befestigten Straße, haben wir uns erstmal mit Wasser und Fleischspießen eingedeckt und sind den ganzen Weg, den wir mühsam innerhalb von mehreren Stunden hochgeradelt/hochgeschoben sind, innerhalb von 15min wieder runter geheizt. Was einfach mega Spaß gemacht hat. 🙂

An sich war es ein Hammer Tag, mit vielen Passagen in denen man sich körperlich sehr durch kämpfen musste. Es war außerdem krass zu sehen, wie spartanisch das Leben auf den Dörfern ist, wie Kinder mit Müll spielen und die Leute jeden Tag einen riesen Weg auf sich nehmen müssen, um Wasser oder auch Schulbildung zu bekommen. Des Weiteren war auch beeindruckend zu sehen, wie Leute ihre Kleider an Quellen waschen, ihre Wasser dort in Kanister füllen oder ihre Ziege oder Kuh ausführen.

Wie groß doch die Unterscheide sind.

One thought on “Kleine Fahrradtour zum Tierpark

  • Corinne

    Sehr schöne Bilder!! Es erinnern mich so sehr an meinem Aufenthalt in Burkina Faso, als ich so alt war wie du 🙂 LG

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