Jetzt bin ich schon eine ganze Weile in Afrika und freue mich, euch endlich von hier zu berichten.

Die ersten Tage waren eine wirkliche Umstellung, was Essen (viele viele Bohnen und Reis), Kleidung (hier trägt man kurze Hosen nur zum Sport) und auch den Straßenverkehr angeht. Dieser ist hier „anders“: die Hupe wird zum Verschleißteil, am Straßenrad läuft alles von der Ziege bis zur Kuh und auf Fahrrädern und Motos kann man so gut wie alles transportieren was man festhalten oder mit auseinander-geschnittenen LKW-Reifen befestigen kann #AfrikanischerSpanngurt 😋.

Desweiteren ist das Klima bzw. Wetter hier ein „bisschen“ anders. Da wir gerade in die Regenzeit kommen, kann es sein, dass es vom einen auf den anderen Moment regnet, gewittert oder auch hagelt – und zehn Minuten später scheint die Sonne und man hat gefühlte 30°C.

 

 

 

Irgendwie kommt man sich teilweise so vor, wie in einem Bilderbuch-Afrika: Kinder, die sich aus Müll Spielsachen bauen, Fahrräder mit 30 gelben leeren Kanistern beladen, Familien die einen mit vollen Kanistern auf dem Kopf entgegenlaufen, Brücken aus Baumstämmen und noch viel mehr. Und doch spürt man den Fortschritt von Ruanda: die Hauptstadt Kigali ist aufgeräumt und sauber, die Hauptstraßen, die es gibt, sind in relativ gutem Zustand, man muss bei Benutzung von Handy oder Kamera nicht darum fürchten, dass es gleich geklaut wird und auf dem Land und in den Städten gibt es sogar LTE. Nur ist dieses nicht an das große High-Speed Netz angebunden, dafür ist es aber um einiges billiger, als in Deutschland (5GB = 5000RF = 5€) 🙂

Soviel zum Land, mehr folgt bestimmt in einem der nächsten Einträge.

Zum Leben hier: Tim und ich sind auf dem Gelände der Schwesternschaft „Abaja ba Christo“ in einem eigenen Haus untergebracht und haben mit den, teilweise echt lustigen Schwestern auch relativ viel zu tun. Wir dürfen bei den Schwestern mitessen und währenddessen ein bisschen die Sprache lernen. Außerdem arbeiten auch ein paar der Schwestern in der RTSS mit. Zu dem Gelände gehört neben dem Hauptgebäude-Komplex noch ein Gästehaus, in dem man sich günstig als Außenstehender einbuchen kann und eine Primary School, die sich direkt neben unserem Haus befindet.
Somit wird man jeden morgen von winkenden #muzungu (weißer/reicher) rufenden Kindern begrüßt.

Muzungu ist hier aber als weißer alltäglich und sobald man auf den Markt geht, ist man die Hauptattraktion, vor allem mit dem einheimischen Fahrrad,
das hier eigentlich ausschließlich fährt.

Zu unserem Haus:

wir haben insgesamt drei Schlafzimmer, davon benutzen wir aber derzeit eines als Fahrrad/Bügel/Abstell-Zimmer. Desweiteren haben wir ein Bad und eine offenen Wohnküche, mit allem was man hier braucht: Kühlschrank, Herd, fließendes Wasser. Das fließende Wasser gibt es jedoch nur bis Hüfthöhe – für mehr reicht der Wasserdruck nicht aus – so wird also mit Eimer über dem Kopf geduscht.

Frühstück machen wir uns jeden Tag selber, Brot (leider nur Weißbrot) gibt es beim Bäcker um die Ecke. Marmelade, Nutella und co. kauft man am besten in der Hauptstadt. Dort gibt es mehrere europäische Läden, bei denen man so gut wie alles, was es bei Müller und Lidl gibt, bekommt – nur eben für viel Geld. Auf dem lokalen Markt gibt im Gegenzug günstige, süße mini Bananen #imeneke, Ananas #inanasi (die mir hier im Gegensatz zu den deutschen schmecken) und super leckere Äpfel #pome.

Bis jetzt waren wir auch das ein oder andere mal bei der deutschen Familie Manz eingeladen (die hier als Entwicklungshelfer arbeitet), um europäische Bohnen zu essen 😏 und gemeinsam einen Spiele-Abend zu genießen. Außerdem machen wir hier gemeinsam ein Hauskreis bzw. deutschen Gottesdienst und dürfen die Waschmaschine mit-benutzen 🙌. Die vier machen demnächst einen Heimat-Aufenthalt für ca. 2½ Monate und kommen dann wohl zu fünft im Januar wieder.

Wir hatten auch schon Zeit für den einen oder anderen Ausflug zusammen, so waren wir gemeinsam Eis essen, was hier echt etwas besonderes ist. Bei dem schönen Ausblick aus der Cormoran Lodge schmeckt es dann auch noch besser 🙂 


Unser Schulweg

Mein normaler Alltag sieht so aus, dass ich morgens gemeinsam mit Tim Bibel lese (wir wollen gemeinsam die Bibel von vorne bis hinten durchlesen), frühstücke und danach zur Schule (RTSS Auf dem Photosphere zu erkennen) gehe.

Bis jetzt habe ich eine Maschinen-Einführung bekommen und habe mit dem Planen für meinen Schrank angefangen, den ich mir hier für mein Zimmer bauen darf. Desweiteren habe ich mit Tim und Ruprecht die eine oder andere Maschine repariert. So wurde zum einen die Bandsäge wieder zum Laufen gebracht, was ein etwas größeres Projekt war, da ich noch nie so einen Schaltschrank vor mir hatte, letztendlich hat es aber super funktioniert.

Außerdem wurden auch zwei Kompressoren wieder zum Laufen gebracht und wir haben ein kaputten Generatoren, der gut zwei Jahre gestanden ist, komplett gereinigt, da sich Benzin nach so langer Zeit in Mineralöl spaltet, was alles verklebt hat zum leben erweckt, dafür musste ich den kompletten Vergaser auseinander nehmen, was nicht so das schönste ist ohne gescheites reinigungsmittel und feinwerkzeug 🙂

 

Außerdem haben wir den Plan, für den Computerraum der Schule, in dem CAD gelehrt werden soll, ein Server zu installieren, so dass jeder Schüler seinen eigenen Account hat und man Dateien austauschen kann. Ich durfte aber auch schon mit auf eine Baustelle der Production-Unit. Das ist hier so etwas wie eine Firma aus ehemaligen Schülern, die Auftragsarbeit für Kunden in Ruanda erledigen und dafür die gleichen Maschinen nutzen, wie die Schüler hier.

 

Außerdem planen wir gerade für einen Deutschen Weihnachtsmarkt, der am 11. November in Kigali (der Hauptstadt von Ruanda) stattfindet,von der Schule aus einen Stand mit selbstgemachten Holz-Dekorationen und Spielsachen zu machen. 

 

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